Presse

"Suche nach alten Obstsorten"

aus der Mitteldeutschen Zeitung vom 17.12.2015
von Marion Pocklitz

Hoym/ MZ.

Von marion pocklitz
Der Seeländer Gärtnerstammtisch möchte alte Obstbäume erhalten und die Gärtnerkultur in der Region fördern. Dafür planen die Mitglieder eine besondere Aktion im Frühjahr.
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Aschersleben.

Aschersleben und auch das Seeland werden gern als Gärtnerregion bezeichnet. Damit das auch so bleibt, hat sich vor zwei Jahren ein Seeländer Gärtnerstammtisch gegründet. Mittlerweile gibt es sechs aktive Mitglieder und jede Menge Pläne.
Tage der offenen Gärten

„Wir möchten die Gärtnerkultur in der Region weiter fördern und stellen uns vor, dass Gärtner miteinander fachsimpeln und ihre Erfahrungen austauschen“, verrät Stammtischmitglied Steffen Amme. Um Hobbygärtnern diese Möglichkeiten zu geben, haben sich die Mitglieder für das kommende Jahr etwas ganz Besonderes einfallen lassen: Sie wollen „Tage der offenen Gärten rund um den alten See“ veranstalten.

„Mit dem alten See meinen wir den ursprünglichen Ascherslebener See“, stellt er klar. Dieser See grenzte einst an das Stadtgebiet von Aschersleben und zog sich bis Gatersleben. Die Flächen wurden auch als Seeländereien bezeichnet. Dieser Bereich wurde später vom preußischen König Friedrich I. in den Jahren 1704 bis 1712 trockengelegt.

„An diesem Projekt sollen sich Gärtner aus Gatersleben, Nachterstedt, Hoym, Wilsleben, Neu Königsaue, Friedrichsaue, Schadeleben und Frose beteiligen“, stellen sich Steffen Amme und seine Mitstreiter, Joachim Hoffmann vom gleichnamigen Gartenbaucenter aus Nachterstedt und Markus Lohmann, der Leiter der Mitteldeutschen Baumschulen in Reinstedt, vor.
Erster Termin im Frühjahr

Zum ersten Mal möchte der Stammtisch diesen Tag der offenen Gärten im Frühjahr des kommenden Jahres auf die Beine stellen. „Wir wollen die Frühblüher bestaunen. Den zweiten Termin gibt es dann im Spätsommer, wenn wieder viel in den Gärten zu entdecken ist,“ sagt er. Diese offenen Türen sollen, wenn sie angenommen werden, zur Tradition wachsen. „Gärten gibt es mit Sicherheit genug, die es zu bestaunen gibt oder wo man sich das eine oder andere noch abschauen kann. Meist im Verborgenen gibt es private Gärten, die mit Liebe und Hingabe gestaltet und natürlich auch gepflegt werden. Diese wollen wir vorstellen,“ sagt Steffen Amme. Dabei sei es egal, ob es sich um einen Kräuter- oder Nutzgarten oder um einen Natur- oder Ziergarten handelt.

Begleitet wird das Projekt vom Seeländer Fotoclub. Die Mitglieder sollen die offenen Gärten mit ihrer Kamera festhalten. Wenn dann das Projekt im Oktober im Rahmen einer kleinen Veranstaltung abgeschlossen wird, dann soll unter anderem eine Fotodokumentation von dem Erfolg erzählen. Die ersten Gärtner, die im kommenden Jahr ihre Oasen öffnen wollen, seien zum großen Teil auch schon gefunden. „Natürlich werden auch einige Stammtischmitglieder ihre Gärten zeigen“, verrät Steffen Amme. Doch wer noch daran Interesse habe und seinen Garten zeigen möchte, der könne sich an die Gärtnerei Hoffmann in Nachterstedt wenden.
Auf der suche nach alten Sorten

Als weiteres Ziel hat es sich der Seeländer Gärtnerstammtisch auf die Fahnen geschrieben, alte Obstbaumsorten zu erhalten. Diese sollen dann in der Mitteldeutschen Baumschule veredelt werden. Gesucht werden zum Beispiel ganz besonders alte Aprikosensorten. Hier tauchen Namen wie „Marena“ oder „Magdeburger Frühe“ auf. Aber auch der Teickners Bananenapfel wird von den Gärtnern gesucht. „Jetzt, in der kalten Jahreszeit, kann man Reiser schneiden. Da ist der Baum zur Ruhe gekommen. Diese werden dann zum Veredeln genommen. So lassen sich alte Sorten erhalten,“ erklärt Steffen Amme.

Wer solche Reiser für den Gärtnerstammtisch hat, soll diese nicht umsonst von dem eigenen Baum abschneiden. „Der bekommt als Dankeschön einen Neubaum dieser Sorte geschenkt“, sagt er.

Wer Reiser von einer alten Obstbaumsorte hat oder weitere Informationen über diese Aktion haben möchte, der wendet sich an Markus Lohmann, Mitteldeutsche Baumschulen, Telefon: 034741/242 (mz)

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"Der Seeländer Gärtnerstammtisch möchte alte Obstbäume erhalten und die Gärtnerkultur in der Region fördern. ...Als weiteres Ziel hat sich der Seeländer Gärtnerstammtisch auf die Fahnen geschrieben, alte Obstsorten zu erhalten. ..."

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